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WordPress oder statische Website? Eine Entscheidungshilfe

Wann sich ein Redaktionssystem lohnt und wann es nur Wartung verursacht – mit Kostenvergleich über fünf Jahre und einer klaren Entscheidungsregel.

Veröffentlicht am 30. Juni 2026 6 Minuten

Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, meist in dieser Form: „Wir hätten gern WordPress.“ Dahinter steht selten eine technische Überzeugung, sondern der Wunsch, Inhalte selbst ändern zu können. Ob dafür ein Redaktionssystem nötig ist, hängt an einer einzigen Frage.

Die entscheidende Frage: Wer ändert wie oft etwas?

Wenn im Haus jemand regelmäßig Inhalte pflegt – Beiträge, Stellenanzeigen, Referenzen, Termine, Preise –, dann brauchen Sie ein Redaktionssystem. Regelmäßig heißt in der Praxis: mindestens einmal im Monat.

Wenn Inhalte zweimal im Jahr geändert werden und dafür ohnehin jemand von außen beauftragt wird, ist ein Redaktionssystem der teurere Weg. Sie zahlen dann laufende Wartung für eine Funktion, die niemand nutzt.

Was für WordPress spricht

  • Selbst pflegen ohne technische Kenntnisse. Text ändern, Bild tauschen, Beitrag anlegen.
  • Mehrere Redakteure mit unterschiedlichen Rechten.
  • Erweiterbarkeit: Terminbuchung, Shop, mehrsprachige Inhalte, Mitgliederbereiche.
  • Verbreitung: Es findet sich immer jemand, der damit arbeiten kann. Sie sind nicht von einer einzelnen Agentur abhängig.

Was dagegen spricht

  • Wartung ist Pflicht. Kern, Theme und Erweiterungen brauchen monatliche Updates. Ohne sie wird die Seite innerhalb weniger Monate angreifbar.
  • Tempo. Jede Anfrage wird berechnet, statt eine fertige Datei auszuliefern. Mit Zwischenspeicherung beherrschbar, aber nie so schnell wie eine statische Seite.
  • Erweiterungen als Risiko. Jede zusätzliche Erweiterung ist Code von Dritten, der bei Updates brechen und Lücken enthalten kann.
  • Angriffsfläche. WordPress ist so verbreitet, dass es automatisiert abgesucht wird.

Was eine statische Website ist – und was nicht

Statisch heißt nicht unveränderlich. Die Seiten werden vorab erzeugt und als fertige Dateien ausgeliefert. Änderungen sind jederzeit möglich, laufen aber über einen Build-Vorgang statt über eine Eingabemaske. Für Kontaktformulare gibt es Dienste, für Suchfunktionen und Filter ebenfalls.

Der praktische Unterschied: Es gibt keine Datenbank, keine Anmeldemaske und kein System, das veralten kann. Eine statische Seite, die drei Jahre niemand anfasst, ist danach immer noch schnell und sicher. Eine WordPress-Seite, die drei Jahre niemand anfasst, ist ein Problem.

Kosten über fünf Jahre

Eine grobe Rechnung für einen Auftritt mit acht bis zehn Seiten, alle Beträge netto:

PostenWordPressStatisch
Erstellungab 1.890 Euroab 1.490 Euro
Hosting, 5 Jahreetwa 900 Euroetwa 300 Euro
Wartung, 5 Jahreetwa 2.940 Euroetwa 1.740 Euro
Summeetwa 5.730 Euroetwa 3.530 Euro

Der Unterschied entsteht nicht beim Bau, sondern im Betrieb. Wer die Pflegefunktion tatsächlich nutzt, bekommt für die Differenz einen echten Gegenwert. Wer sie nicht nutzt, zahlt sie trotzdem.

Die pragmatische Zwischenlösung

Häufig sinnvoll ist ein statischer Auftritt, bei dem genau der Bereich, der sich ändert, redaktionell gepflegt wird – etwa Beiträge oder Stellen über ein schlankes System, während die Leistungsseiten fest gebaut sind. Damit bekommen Sie die Pflegemöglichkeit dort, wo sie gebraucht wird, ohne den Wartungsaufwand einer vollständigen Installation.

Und Baukästen?

Sie sind schnell und günstig im Einstieg. Die Grenzen zeigen sich später: eingeschränkte Adressstruktur, begrenzte Möglichkeiten bei Struktur und Ladezeit und die Frage, was passiert, wenn Sie wechseln wollen. Für einen Betrieb, der über Suchanfragen gefunden werden will, sind sie selten die richtige Grundlage.

Unsere Umsetzung beider Varianten steht unter Webdesign und WordPress-Website. Welche für Ihren Fall günstiger läuft, sagen wir im Erstgespräch – auch wenn es die kleinere Rechnung ist.

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